Wie viel Energie braucht die Cloud?

Laut Fraunhofer Institut lag der Energiebedarf deutscher Rechenzentren 2017 bei zehn bis fünfzehn Terawattstunden. Ganze vier mittelgroße Kohlekraftwerke bräuchte es zur Deckung dieses Energiebedarfs. In anderen Ländern dürfte es ähnlich aussehen. So verbrauchen allein die Rechenzentren des Unternehmens Google laut der Zeitung New York Times so viel Strom wie eine 200.000-Einwohner-Stadt. Aber der hohe Stromverbrauch macht nicht nur Umweltschützern Sorgen, auch den Unternehmen machen die steigenden Kosten zu schaffen. Gegenmaßnahmen ergreift beispielsweise Google: Anfang 2019 verkündete das Unternehmen, in Zukunft alle Rechenzentren zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Quellen zu betreiben. Der Bau zweier Solarkraftwerke ist bereits in vollem Gange.

Trotz zahlreicher Maßnahmen dem Anstieg des Energieverbrauchs entgegenzuwirken, wird ein weiterer Anstieg des Energiebedarfs prognostiziert. Der neue Trend des Cloud Computings trägt unmittelbar dazu bei. Im Auftrag der Europäischen Kommission beschäftig sich daher nun eine österreichisch-deutsche Studie mit der Frage „Wie viel Energie braucht die Cloud?“. Dafür arbeiten das österreichische Umweltbundesamt und die deutsche Wissenschaftseinrichtung Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit zusammen. Die Studie ist das erste gemeinsame Projekt der beiden Einrichtungen auf europäischer Ebene. Ziel des Projektes EU-EcoCloud ist es, den Energiebedarf des Cloud Computings, das bereits jedes vierte Unternehmen in der EU nutzt, zu erheben, um anschließend Empfehlungen entwickeln zu können, die energieeffiziente und umweltfreundliche Cloud Dienstleistungen anbieten. Mithilfe der Studie soll eine europäische Datenbasis geschaffen werden, die die gesamte Datenlage in der EU berücksichtigt. Zur Verfügung steht dafür zum einen ein Modell von Borderstep, das in Deutschland bereits erfolgreich eingesetzt wird. Es analysiert Cloud Technologien und Dienste. Das österreichische Umweltbundesamt andererseits steht als Spezialist für die Rahmenbedingungen des Cloud Computings in der EU wie E-Government-konformer Umweltinformationssysteme, Datenbanken und Applikationen zur Verfügung. Als Projektzeitraum nennt das Borderstep Institut „12/2018 bis 03/2020“.

Da es auch unser erklärtes Ziel ist, energieeffizient und umweltfreundlich unsere Produkte anzubieten, sind wir von seamtec sehr gespannt auf die Ergebnisse dieser Studie und verfolgen die Entwicklung weiterhin mit großem Interesse.

Inselbetrieb als Lösung für eine wettbewerbsfähige, netzunabhängige und sichere Versorgung

Eine höchstmögliche Versorgungssicherheit mit elektrischem Strom rückt zunehmend in den Fokus von energieintensiven Industrien und Unternehmen. Obwohl die Zuverlässigkeit und Stabilität des europäischen Verbundnetzes für die Stromversorgung sehr hoch ist [1] und die Netzbetreiber täglich daran arbeiten, der österreichischen Industrie rund um die Uhr Energie zur Verfügung zu stellen, wird zunehmend versucht, durch Eigenstromerzeugung wettbewerbsfähig, netzunabhängig und versorgungsicher zu agieren. Gerade wenn es zu längeren Stromausfällen, z.B. aufgrund regionaler Wetter- und Umwelteinflüsse wie starkem Schneefall, Sturm oder Eis, kommt, bietet sich unter anderem die Installation ebendieser Eigenstrom- bzw. Insellösungen an, um die eigenen Produktions- oder Erzeugeranlagen von kurz- oder langfristigen Schwankungen und Störungen des vorgelagerten, öffentlichen Stromnetzes zu entkoppeln.

Grundsätzlich lassen sich zwei Arten der Stromversorgung von Anlagen unterscheiden: der Netzparallelbetrieb und der Inselbetrieb. Netzparallelbetrieb bedeutet, dass eine Stromerzeugungsanlage parallel mit dem öffentlichen Netz verbunden ist. Dieser Betrieb kann sowohl mit einen Synchron-Generator als auch mit einem Asynchron-Generator realisiert werden. Im netzparallelen Betrieb hält das öffentliche Netz die Frequenz und die Spannung stabil. Inselbetrieb (auch Off-grid-System genannt) hingegen bedeutet die Versorgung eines kleinen Netzes mit elektrischem Strom ohne Anschluss an ein z.B. öffentliches Stromnetz. Einen derartigen Betrieb kann man nur mit einem Synchron-Generator realisieren. Sollte bei einer Anlage im Inselbetrieb dennoch ein Ausfall hervorgerufen werden, so kann die Anlage mit Hilfe eines Notstrom-Aggregats (in der Regel Akkumulatoren oder Dieselaggregate) wieder gestartet werden. 

seamtec hat 2018 ein Fernheizwerk mit einer autarken Stromversorgung in Form eines Dieselaggregates [2] ausgestattet. Bei Netzausfall wird die Anlage vom öffentlichen Stromnetz automatisch getrennt und ein kleines, netzunabhängiges Inselnetz (nur für diese Anlage) aufgebaut. Die Anlagensteuerung regelt dabei den Betrieb des Dieselaggregats immer genau nach dem aktuellen Bedarf des Fernheizwerkes, um damit die gewohnte Spannungsqualität zur Verfügung zu stellen. Die Umschaltung bei Netzausfall erfolgt hierbei innerhalb weniger Sekunden, wodurch die Anlagen weiterlaufen können und nicht abgestellt werden müssen. Durch diese Möglichkeit können längere Ausfallzeiten der Anlage verhindert werden, die Versorgungssicherheit mit Wärme an die Kunden gewährleistet werden und einem Blackout vorgebeugt werden.

Im Übrigen finden Kunden die Ausfallzeiten für den eigenen Netzbereich auf der Homepage ihres Netzbetreibers. Der Netzbetreiber ist nämlich gesetzlich dazu verpflichtet, seine Ausfallzahlen zu veröffentlichen. Dadurch wird mehr Transparenz für Netzkunden gewährleistet und gibt den Kunden einen Überblick über die Versorgungszuverlässigkeit im eigenen Netzbereich. Selbst eine Stellungnahme kann vom Netzbetreiber angefordert werden, falls der Wert des Netzbetreibers vom Österreich-Wert abweicht. Dafür muss nicht einmal ein direkter Anlassfall gegeben sein; das einfache Interesse reicht für eine Anfrage aus.


[1] Im Jahr 2017 lag die durchschnittliche Stromausfalldauer bei 32 Minuten. Vgl. https://www.e-control.at/marktteilnehmer/strom/versorgungssicherheit/zuverlaessigkeit [Stand: 06.02.2019]

[2] Dieselaggregate zeichnen sich gegenüber zum Beispiel Gasturbinen durch einen weniger mit der erzeugten Leistung schwankenden Wirkungsgrad aus.

Firmentag HTL Neufelden am 11.02.2019

Am Montag, den 11.02.2019 machen wir uns auf den Weg nach Neufelden, um unser Unternehmen an der dortigen HTL vorzustellen.

Der gemeinsam von HTL und Schulverein veranstaltete Firmentag bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Produkte, Dienstleistungen und aktuellen Jobangebote vorzustellen. Im Gegenzug erhalten die HTL-Schüler einen Einblick in das jeweilige Unternehmen, mit denen sie eventuell im Berufsleben zusammenarbeiten werden bzw. wo sich für ein Ferialpraktikum oder eine Arbeitsstelle bewerben können.

Wir freuen uns sehr, auch in diesem Jahr wieder dabei zu sein und motivierte, junge Menschen kennenzulernen, die vielleicht bald zu unserem Team gehören!

Mehr Informationen gibt es unter: http://www.htl-neufelden.at/

 

 

Die Trennung der deutsch-österreichischen Strompreiszone

Die Trennung der österreichisch-deutschen Strompreiszone, die seit 2002 zwischen Deutschland und Österreich bestand, war eines der größten Themen, die die Energiebranche im Jahr 2018 begleitete. Bereits seit einiger Zeit stand die gemeinsame Strompreiszone in der Kritik. Überschüssiger Strom und schleppender Netzausbau sowie schlecht ausgebaute Stromnetze zwischen Nord und Süd führten vor allem an den Grenzkuppelstellen zu Überlastungen und Problemen. Stabilisierungen mit Netzreserven mussten immer wieder vorgenommen werden und führten zu hohen Kosten. Ein weiterer Kritikpunkt waren die Loop Flows in osteuropäischen Ländern. Dies bedeutet, dass der Strom, der nicht über Netzkuppelstellen fließen kann, in Form von Ringschlüssen nach Polen und Tschechien fließt und dort die Netze belastet. Daher setzten sich auch diese Länder für die Aufhebung der Strompreiszone ein.

Am 01. Oktober 2018 kam es schließlich zur Trennung des deutsch-österreichischen Marktes, also der gemeinsamen Strompreiszone. Hintergrund der Strompreiszone von Österreich und Deutschland war die Bildung eines gemeinsamen Marktgebietes im Stromgroßhandel aufgrund der Liberalisierung der Strommärkte in den späten neunziger Jahren. Unter der Prämisse keine Engpässe in der Stromversorgung entstehen zu lassen, wurde auf diesem gemeinsamen Markt Strom uneingeschränkt gehandelt. Seit Oktober 2018 enden die Strommärkte nun an den Landesgrenzen, was unweigerlich zu Unterschieden in den Großhandelspreisen für Strom führen wird, da ein grenzenloser Stromhandel auf einem gemeinsamen Markt nicht mehr möglich ist. Lediglich 4.900 Megawatt Stromaustausch, abgesichert durch Langfristkapazitäten, sind weiterhin gewährleistet.

Zur Trennung der gemeinsamen Strompreiszone kam es letztendlich, wie bereits in der lautgewordenen Kritik angeklungen, aufgrund von Kapazitätsengpässen bei Stromleitungen. Im Wesentlichen führte ein verzögerter Ausbau wichtiger Stromtrassen vom Norden Deutschlands in den Süden des Landes zur der Problematik, die letztlich zur Auflösung führte. Um die Netze wieder zu stabilisieren und auch die finanziellen Flüsse wieder ins Gleichgewicht zu bringen, sprach sich die Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden (ACER)[1] für eine Trennung des bisherigen gemeinsamen Strommarktes aus. Der positive Effekt, der sich daraus ergibt: der Stromhandel wird an die reale Netzsituation angepasst und Energieflüsse werden für Übertragungsnetzbetreiber besser beherrschbar. Außerdem wird die Sicherheit der Netze in beiden Ländern durch Redispatchleistungen[2] aus österreichischen Kraftwerken unterstützt.

Dass die Trennung Auswirkungen auf den österreichischen Strommarkt haben wird, steht fest. Welche diese allerdings sind, ist schwer vorauszusagen. Mit generellen Preissteigerungen ist allerdings zu rechnen, auch wenn diese sich für einen typischen Haushalt aufgrund seiner geringen jährlichen Verbrauchsmengen in einem moderaten Rahmen bewegen werden. Anders sieht es wohl für die Industriekonzerne aus. Einige von ihnen haben sich deshalb nun zusammengetan: das Stromunternehmen Verbund, die Energiebörse EXAA, die Papierindustrie und die voestalpine klagen jetzt gegen die Trennung der Strompreisgrenze. Sie wollen die gemeinsame Strompreiszone, wie sie vor 01. Oktober 2018 bestand, wiederherstellen und dies vor Gericht erzwingen. Der gemeinsame Antrag auf Abstellung des Missbrauches einer marktbeherrschenden Stellung gegen TenneT wird beim Oberlandesgericht Wien eingebracht und beinhaltet den Vorwurf der deutsche Übertragungsnetzbetreiber wolle innerdeutsche Netzengpässe mit der Einführung der Engpassbewirtschaftung an der deutsch-österreichischen Grenze beheben. Wettbewerbswidrige Marktverzerrung sei die Folge. Das Verfahren wird sich wohl ziehen, da es wahrscheinlich ist, dass das Verfahren europäische Ebene erreichen wird. Aktuell schätzt man im Verbund die jährlichen Mehrkosten für österreichische Stromkunden (Industrie und Haushalte) auf ca. 400 Mio. Euro[3].

 

[1] „Die ACER trägt zum reibungslosen Funktionieren des europäischen Strom- und Gasmarktes bei. Die Agentur unterstützt die nationalen Regulierungsbehörden auf EU-Ebene und koordiniert falls notwendig ihre Arbeit.“ Zu den Aufgaben siehe auch: https://europa.eu/european-union/about-eu/agencies/acer_de [Stand: 18.01.2019]

[2] „Redispatch ist eine Anforderung zur Anpassung der Wirkleistungseinspeisung von Kraftwerken durch den Übertragungsnetzbetreiber, mit dem Ziel, auftretende Engpässe zu vermeiden oder zu beseitigen. Diese Maßnahme kann regelzonenintern und -übergreifend angewendet werden.“ Vgl. https://www.transnetbw.de/de/strommarkt/systemdienstleistungen/redispatch. [Stand: 18.01.2019]

[3] „Zugrunde liegen dieser Rechnung die Day-Ahead-Preisaufschläge auf das günstigere deutsche Niveau, die von Anfang Oktober bis Anfang Jänner im Schnitt 7 Euro pro MWh betragen haben.“ Vgl. https://www.wienerborse.at/news/apa-news-detail/?id=785353054 [Stand: 18.01.2019]

Instandhaltung 4.0 – Die Optimierung von Kraftwerksinstandhaltung auf Basis von Steuerungsdaten

Jährlich verlieren Kraftwerksbetreiber viel Geld wegen unzureichendem Instandhaltungsmanagement. Hinzu kommen häufig Anlagenstillstände durch lange Wartezeiten in der Beschaffung und hohe Kosten von Ersatzteilen. Mit Instandhaltung 4.0 können genau diese Ausfälle zukünftig verhindert werden.

Grundsätzlich sind vier Instandhaltungsmethoden zu unterscheiden: die korrektive, die präventive, die zustandsbasierte und die prädiktive Instandhaltung. Lange Zeit wurde eine sogenannte korrektive Instandhaltung (auch als reaktive Instandhaltung bekannt) praktiziert. Diese geschieht nach dem Motto „Tritt ein Fehler auf, so wird dieser behoben“. Anlagenzustände werden dabei nicht systematisch oder datenbasierend erhoben. Heute kann eine solche Instandhaltung nur noch bei Anlagen empfohlen werden, die geringe Kosten verursachen und die nicht kritisch für das Geschäft sind, d.h. bei Ausfällen nicht die Produktion gefährden. Bei einigen Kraftwerksbetreibern stellen wir fest, dass die korrektive Instandhaltung die noch immer praktizierte Methode ist.

Unsere Aufgabe ist es daher an neuere Instandhaltungsmethoden wie die präventive Instandhaltung heranzuführen, die bereits von der Mehrheit der Anlagenbetreiber angewandt wird. Letztere ermittelt die mittlere Betriebsdauer zwischen zwei Ausfällen und nimmt diese als Grundlage für einen regelmäßigen Wartungsturnus. Auf Basis dieses analogen Wartungsplans können bereits effektiv bessere Ergebnisse hinsichtlich Anlagenverfügbarkeit erzielt werden. Jedoch tritt auch noch häufig das Gegenteil ein: so werden kostspielige Wartungen häufig zu früh durchgeführt, obwohl sie technisch noch nicht notwendig sind. Auch können Störungen und Ausfälle noch nicht systematisch verhindert werden.

Diesen wichtigen Schritt weiter geht die zustandsbasierte Instandhaltung. Hier werden Daten aus der Zustandsüberwachung der Anlage gesammelt (Condition Monitoring), und idealerweise in Echtzeit ausgewertet, sodass Störungen und Warnungen bereits vorab gemeldet werden. Mithilfe statistischer Analysen und mathematischer Modelle können Diagnosen und Prognosen erstellt werden. So können Maßnahmen dann durchgeführt werden, wenn sie technisch notwendig sind und wirtschaftlich Sinn ergeben. Die Lebensdauer von Bauteilen wird somit optimal ausgenutzt und eine Wartung findet genau zum richtigen Zeitpunkt statt. Bei seamtec werden bereits vorhandene Steuerungs- und Messdaten gesammelt, analysiert und dann in der Cloud gesammelt, wo sie mittels Data Analytics Methoden weiterverarbeitet werden. Auf Basis von Langzeitdaten und -erfahrungen sowie Schädigungsmodellen der einzelnen Bauteile können die Messdaten einer Anlage mit den historischen Messdaten vieler anderer Anlagen verschnitten werden. Somit können bessere Vorhersagen über einen möglichen Ausfall getroffen werden als bei einzelner Anlagenbeobachtung. Wir lernen von den Daten anderer Anlagen und wenden diese Informationen auf die Vorhersage in Schädigungsmodellen an. Der Nutzen und die Vorteile für Anlagenbetreiber überzeugen: zuverlässige Anlagenverfügbarkeit, bessere Ausnutzung der Produktlebensdauer, planbare Wartungsintervalle, geringe Wartungskosten, längere Lebensdauer der Gesamtanlage.

Ausgehend von der zustandsbasierten Instandhaltung wird der Trend zunehmend Richtung prädiktive Instandhaltung gehen. Mit dieser lernorientierten, also sich kontinuierlich weiterentwickelnden und vorausschauenden Instandhaltungsmethode, können noch mehr Kosten eingespart werden und der Nutzen nahezu maximiert werden. Das Ziel der prädiktiven Instandhaltung, die eng mit Industrie 4.0 verbunden ist, ist es weg von einer Zustandsdiagnose und hin zu einer Zustandsprognose zu kommen. Die zustandsbasierte Instandhaltung wird also um eine zeitliche Komponente erweitert. Je mehr Erfahrungswerte vorliegen, um so präziser können Ergebnisse in der Zukunft dargestellt werden.

RENEXPO INTERHYDRO 2018 – Europäische Wasserkraftmesse mit Kongress

Vom 29. bis 30. November 2018 findet im Messezentrum Salzburg zum zehnten Mal die diesjährige RENEXPO INTERHYDRO statt.

Für dieses Jahr werden über 125 Aussteller aus 15 Ländern, 2.500 Besucher sowie 500 Kongressteilnehmer erwartet. Unter dem Leitmotiv „Energiezukunft innovativ, ökologisch, leistbar und zuverlässig zu sichern“ werden auch wir von seamtec unsere Leistungen und neusten Produkte vorstellen.

Wir freuen uns sehr, auch Sie an unserem Messestand begrüßen zu dürfen. Kontaktieren Sie uns am besten vorab für Ihren persönlichen Messetermin.

Sie finden uns in Halle 10, Stand C14.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Wasserkraftwerk Rechtenstein – wo Tradition und Geschichte auf Modernisierung und webbasierte Fernwartung treffen

Wirft man einen Blick auf das Laufwasserkraftwerk Rechtenstein, das an der Donau im kleinen oberschwäbischen Dorf Rechtenstein im Südwesten Deutschlands etwa 45 Kilometer vor Ulm liegt, so beeindruckt vor allem seine Geschichte. Seit mindestens 450 Jahren gibt es am Standort schon die Wasserkraftnutzung. Vor über 110 Jahren wurde der Ausbau mit Francisturbinen durchgeführt. Vor allem Letzteres hat 2016 auch dazu geführt, die notwendige Modernisierung der 110 Jahre alten Wehranlage anzugehen sowie den Forderungen nach Durchgängigkeit für Fische und andere Wassertiere nach heutigen Maßstäben im Sinne der EG-Wasserrahmenrichtlinie nachzukommen. So wurden im Rahmen des Gesamtprojektes der Neubau der Wehranlage, die Umsetzung eines Fischauf- und -abstiegs, die Erweiterung des Standorts um eine vierte Turbine, die Ersterrichtung eines Horizontalrechners und umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Substanz erledigt. Durch eine externe ökologische Baubegleitung wurde während des gesamten Projektes sichergestellt, die Auswirkungen auf das Umfeld im Sinne des Umweltschutzes so gering wie möglich zu halten.

Insgesamt dauerte die Bauzeit von Februar 2016 bis Juli 2017. Der erste Bauabschnitt ging mit einer Umspundung der rechtsufrigen Baugrube einher, um den Mittelpfeiler der Wehranlage mit dem rechten Wehrfeld fertigzustellen. Im Herbst 2016 wurde dann die Donau durch das neue Wehrfeld umgeleitet und im zweiten Bauabschnitt das linke Wehrfeld mitsamt dem Kraftwerk trockengelegt. Anschließend erfolgte der Bau des linken Wehrfeldes, der Krafthausanbau für die vierte Turbine, der Umbau des Rechens, die Errichtung des Fischaufstieges sowie begleitende Maßnahmen zur Sanierung. Durch wöchentliche Baubesprechungen, die Abstimmungen und Optimierungen des Ablaufs thematisierten, konnte der Bauzeitplan eingehalten werden und das Projekt zügig vorangetrieben und schließlich fertiggestellt werden. Eine beeindruckende Leistung, wenn man die Zahlen zum Projekt betrachtet: so wurden 4.100 m Bohrpfähle, 4.700 m³ Beton (inkl. Bohrpfähle), 480 t Stahl (inkl. Bohrpfähle) benötigt. Außerdem wurden 10.000 m³ Erdbewegungen (inkl. Dämme) durchgeführt sowie 1.300 t Natursteine bewegt. Die Projektkosten insgesamt lagen bei über 5 Millionen Euro bei einer erwarteten Jahresarbeit von 2,1 Millionen kWh.

Wir von seamtec GmbH haben im Zuge der Modernisierung der Anlage die Steuerung der zusätzlichen Kaplanturbine verbaut sowie die gesamte elektro- und steuerungstechnische Anlage erneuert. Dabei handelte es sich um eine Niederspannungshauptverteilung für den Energieabtransport von vier Turbinen: eine Turbinensteuerung für die neue Kaplanturbine, drei Turbinensteuerungen für die bestehenden drei Francisturbinen. Des Weiteren haben wir die gesamte Programmierung, Elektroplanung, Montage und Inbetriebnahme der Gesamtanlage durchgeführt. Besonders innovativ war bei diesem Projekt die neuartige Inselbetriebsregelung. Hierfür wurde ein von seamtec entwickeltes, neuartiges und intelligentes Regelungsverfahren angewandt. So wird einerseits eine unterbrechungsfreie Umschaltung vom Netzparallelbetrieb in den Inselbetrieb gewährleistet, andererseits eine Energiespeicherung implementiert, um hohe Lastspitzen in der Insel bedienen zu können. Dies ermöglicht es, das gesamte Firmengebäude der Fa. Reitter Wasserkraftanlagen GmbH & Co. KG auch bei Stromausfall mit Wasserkraftstrom aus der Kaplanturbine zu versorgen.

Den Auftraggeber Fa. Reitter Wasserkraftanlagen GmbH & Co. KG konnten wir vor allem durch unser technisch ausgereiftes und eigens entwickeltes webbasiertes Konzept zur Bedienung und Fernwartung überzeugen. Auch durch unsere enge Zusammenarbeit mit dem Lieferanten der eingebauten vierten Turbine waren wir der richtige Partner für die Ausführung. Nach Abschluss des Projektes wurden vor allem unsere zeitnahe und kulante Umsetzung von Anpassungen sowie der schnelle Service laudiert. Aufgrund der Zufriedenheit der Fa. Reitter konnten wir uns vor kurzem einen Folgeauftrag sichern und freuen uns bereits jetzt auf die Ausführung des neuen Projektes.

#mission2030 – Die österreichische Klima- und Energiestrategie

Bis 2030 sollen Österreichs Treibhausgasemissionen um 36% gegenüber 2005 reduziert werden. Dieses zentrale und vor allem ambitionierte Ziel hat sich Österreich in seiner Klima- und Energiestrategie #mission2030[1] im Juni dieses Jahres gesteckt. In den gemeinsam vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus sowie dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie herausgegebenen über 90 Seiten werden Leitlinien vorgegeben, die helfen sollen, unter anderem acht konkrete Klima- und Energieziele bis 2030 zu erreichen. Diese sind folgende:

  1. Ausbau der Infrastruktur für ein nachhaltiges Österreich
  2. Schaffung notwendiger ökonomischer Rahmenbedingungen und Mobilisierung von Investitionen
  3. Gezielte Anpassung des Förder- und Abgabensystems
  4. Rechtliche Rahmenbedingungen für ein klimafreundliches Österreich
  5. Forschung und Innovation
  6. Individuelle Verantwortung
  7. Nutzung von Technologien für Dekarbonisierung
  8. Klimafreundliche Gestaltung des urbanen und ländlichen Raums

Aus diesen acht Aufgaben sollen sodann 12 Projekte folgen, in welchen die Ziele schließlich umgesetzt werden. Diese werden – sinnbildlich für die ersten konkreten Umsetzungsschritte – als Leuchttürme bezeichnet und beinhalten folgende Maßnahmen:

  1. Effiziente Güterverkehrslogistik
  2. Stärkung des schienengebundenen öffentlichen Verkehrs
  3. E-Mobilitätsoffensive
  4. Thermische Gebäudesanierung
  5. Erneuerbare Wärme
  6. 100.000-Dächer-Photovoltaik- und Kleinspeicher-Programm
  7. Erneuerbarer Wasserstoff und Biomethan
  8. Green Finance
  9. Energieforschung – Bausteine für Energiesysteme der Zukunft
  10. Energieforschung – Programm Mission Innovation Austria
  11. Kommunikation – Bildung und Bewusstsein für nachhaltige Zukunft
  12. Bioökonomie-Strategie

Die Verantwortung, diese Ziele zu erreichen, liegt aber nicht ausschließlich bei der Politik. Elisabeth Köstinger, Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus, ruft gezielt auch die Wirtschaft und Gesellschaft zur Mitwirkung auf. Und auch Norbert Hofer, Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie, macht keinen Hehl daraus, dass ein langer Weg vor Österreich liegt, der nur gemeinsam bestritten werden kann. Als künftigen Standard für die Wirtschaft sehen die beiden Ministerien erneuerbare Energien sowie Energieeffizienz.

Auch in Anbetracht des aktuellen Sonderberichts[2] des Weltklimarats (IPCC), der am 8. Oktober 2018 verabschiedet wurde, ist das Erreichen der #mission2030-Ziele wichtiger denn je. Darin fordert der Weltklimarat zu raschem Handeln auf, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad[3] zu begrenzen. Noch –  so bestätigen IPCC-Experten – sei das Erreichen des 1,5-Grad-Ziels möglich. Dies setze natürlich voraus, dass sich die Politik der einzelnen Staaten für die Senkung des CO2-Ausstoßes stark macht. Die österreichische Klima- und Energiestrategie ist ein guter Anfang, bedarf jedoch nun konkreten und ehrgeizigen Handelns.

seamtec begrüßt die #mission2030 sehr, da es Teil der Unternehmensmission ist, die Energiewende aktiv mitzugestalten. Das Ziel von seamtec ist es, bestehende Anlagen effizient und optimal zu nutzen, um so die Energieversorgung durch erneuerbare Energien zu verbessern. Damit gehen wir konform mit dem erklärten Ziel der Ministerien, den Gesamtstromverbrauch zu 100% aus erneuerbaren Energiequellen abzudecken.

[1] Die Endfassung der Klima- und Energiestrategie gibt es übrigens hier zum Downloaden: https://mission2030.info/

[2] http://report.ipcc.ch/sr15/pdf/sr15_spm_final.pdf

[3] Ursprünglich wurde davon ausgegangen, dass bei einer 2-Grad-Erderwärmung die Folgen noch kontrollierbar wären. Diese Grenze wurde nun revidiert.

40-jähriges Jubiläum und seamtec feiert mit – Jahrestagung Kleinwasserkraft Österreich 2018

Mit großer Vorfreude blickt das seamtec-Team auf die bevorstehende Jahrestagung Kleinwasserkraft Österreich, die vom 18. bis 19. Oktober in Schladming stattfinden wird. Das 40-jährige Jubiläum der Tagung verspricht ein spannendes und feierliches Programm mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft. Neben hochinteressanten Fachvorträgen werden außerdem wieder über 30 Unternehmen als Aussteller ihre Geschäftsbereiche und Innovationen aus der Branche vorstellen. Als Spezialist für cloudbasierte Automatisierungstechnik werden wir in diesem Jahr die Tagungsbesucher und -besucherinnen ausführlich über unsere Cloud-Services, unser Anlagen-Monitoring bei Wasserkraftwerken, die Cloud Based Maintenance sowie über unser – mit dem Constantinus Award ausgezeichnetes – SEAMTEC CLOUD ENERGY AUTOMATION SYSTEM informieren. Wir freuen uns auf regen Austausch über aktuelle Themen aus der Branche und hoffen, wieder viele neue Kontakt zu knüpfen!

„Nicht ob, sondern wie!“ – Digitalisierung in der Energiewirtschaft

Seamtec richtet sich zunehmend auf die cloudbasierte Automatisierungstechnik inklusive individueller Cloud-Lösungen aus und folgt damit dem großen Trend der Digitalisierung – ein Thema das auch in der Energiewirtschaft zunehmend wichtiger wird. Der optimale Einsatz von erneuerbaren Energiequellen steht deutlich im Vordergrund und soll mithilfe elektronischer Datenspeicherung und -verarbeitung noch effizienter gestaltet werden. So geht es zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht mehr darum, ob eine Digitalisierung überhaupt stattfindet, sondern wie diese in der Energiewirtschaft umgesetzt wird. Blickt man vor allem auf Österreichs Klimaziele, die bis 2030[1] erreicht werden sollen, kommt man ohne Digitalisierungsprojekte nicht aus.

Martin Schiener von A1 Digital stellt dazu vier Faktoren auf, die entscheidend für die Digitalisierung in der Energiebranche sind: Effizienzsteigerung, Regularien, Optimierung und Kundenansprüche.[2] Während es bei der Effizienzsteigerung um die kontinuierliche Verbesserung und Automatisierung von Prozessen in der Supply Chain geht und somit ein enger Zusammenhang zu dem dritten Faktor, der Optimierung von Geschäftsprozessen, besteht, geht es bei den Regularien um den gesetzlichen Rahmen, in dem die Umsetzung der Digitalisierung erfolgen kann; man denke nur an die seit Mai 2018 gültige EU-DSGVO. Last but not least darf im Rahmen der Digitalisierung auch der Kunde nicht unberücksichtigt bleiben: seine Ansprüche steigen zunehmend. Er möchte sofort verfügbare Produkte, die personalisiert sind. Nur durch innovative und individuelle Angebote kann man der digitalen Kundschaft als Unternehmen in der Energiewirtschaft gerecht werden.

Auch Studien belegen: die Digitalisierung wird die Energiewirtschaft verändern. Die österreichische Energieagentur hat dazu Experten aus Energieunternehmen befragt, von denen 88 Prozent von einer starken Veränderung in der Energiebranche ausgehen. Dieser Trend wird Gewinner und Verlierer hervorbringen. Denn während etablierte Energieunternehmen starke Konkurrenz von neuen Playern auf dem Markt befürchten, zeigen vielversprechende Startups (größtenteils branchenfremd aus der IT), wie es erfolgreich gelingen kann, die Konsumenten durch neue digitale Dienstleistungen zu überzeugen und für sich zu gewinnen. Es scheint also so, dass jene Unternehmen, die die digitale Trendwende als Chance nutzen und nicht verschlafen, eine zukunftsträchtige Zeit vor sich haben.

Doch wo geht dieser Zukunftstrend hin? Ziel wird es sein, die Konsumenten mit den Netzbetreibern, den Versorgern und den Produzenten zu verbinden. In diesem Netzwerk soll die Energie so dezentral erzeugt werden, dass sie genau dann beim Verbraucher landet, wann dieser sie braucht. Smart Energy heißt das Zauberwort. Damit sind intelligente Technologien gemeint, die ihren Einsatz in der gesamten Energiewirtschaft haben. Ein gutes Beispiel sind die virtuellen Kraftwerke. Durch die Bündelung der Leistung mehrerer kleiner Anlagen, welche zentral – meist durch moderne Webapplikationen – gesteuert werden, werden Großkraftwerke ersetzt und die Konsumenten dezentral versorgt. Solche Konzepte sind nur durch die fortschreitende Digitalisierung und Automatisierung möglich; vorausgesetzt es werden ständig neue Daten gesammelt und analysiert, und diese dann für Planungen und Diagnosen effektiv genutzt. Schenkt man der Unternehmensberatung McKinsey Glauben, ist durch den Einsatz neuer Internetanwendungen eine Profitabilitätssteigerung von bis zu 30 % möglich. Diesen positiven Effekt wird sich in der Branche wohl kaum jemand entgehen lassen.

[1] Die Klima- und Energiestrategie „Mission 2030“ wird Thema des nächsten Blog-Eintrags sein.

[2] Vgl. https://www.a1.digital/at/insiderwissen/energiebranche-die-vier-faktoren-spielen-die-hauptrolle-101-202-305-versorgung/ [Stand: 22.08.2018]